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Kötz von Perlichingen

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Das Casting für begann mit dem Vorsprechen auf dem Stiftsplatz.







Der Pressetermin fand am Schloss statt.

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Das Main-Echo schrieb über unser Stück:

Anti-Kriegs-Stück voller Humor

Theater: Knabenrealschule füllt mit "Kötz von Perlichingen" viermal den Jukuz-Saal


Handwerklich unterscheiden sich die Theaterstücke der Knabenrealschule wenig. Der regelmäßige Erfolg bestätigt das Rezept des Regisseurs Siegfried Staab. Inhaltlich setzte die Theatergruppe in diesem Jahr mit dem "Kötz von Perlichingen", ihrer 14. Produktion, neue Akzente.
Klar arbeitete Staab seine Botschaft heraus: Er setzte Goethes "Götz" als Anti-Kriegs-Stück um und hielt sich bis zum neuen Ende, der himmlischen Begegnung zwischen Freund und Feind, an diesen Faden. John Lennons "Give Peace a Chance" erklang als letzte der 80 Toneinspielungen.

Zugleich folgte er Goethe, der seinen "Götz" als letzten Reichsritter zeichnete, der von der neuen Zeit überrollt wird. Doch Staabs "Kötz" (Paul Simon) ist kein Ritter mit eiserner Fauast, sondern ein hagerer Don Quichote, harlekinartig geschminkt wie seine Getreuen, der blinde Ritter Hans von Selbitz (Benjamin Hoffmann) und der Knappe Georg (Dustin Paulus).

Drei tragikomische Gestalten kämpfen gegen die Vertreter einer Zeit, die nicht von Ritterlichkeit bestimmt wird, sondern von Intrigen und Ränken. Da sind Weislingen (Benedikt Lenschow), den der eigene Treuebruch zum Todfeind Berlichingens werden lässt, oder der machtstrebende Bischof von Bamberg (Christopher Hauck).

Keine Sorge: Das Publikum durfte und sollte nach wie vor lachen. Mit Kalauern, Witz und hintersinnigem Humor durchsetzt waren die Dialoge. Keine Szene ließ Staab ohne besonderen Gag verstreichen, skurril überzeichnet waren viele der Figuren. Wem das nicht genügte, der konnte sich an den Texteinblendungen erheitern, die das Geschehen ironisch kommentierten.

Mehr als sonst verlangte Staab den Jungs seiner Truppe ab. Zur schauspielerischen Disziplin, dem Markenzeichen der Theatergruppe, kamen rasante Szenenwechsel. Denn trotz der Reduzierung auf 70 Minuten verzichtete Staab auf keinen der 50 Schauplätze des Originals. Die 16 Schauspieler schlüpften in 60 Rollen. Jede füllen sie perfekt aus - auch die weiblichen, sei es als Götz' Schwester Maria (Thomas Rumel) oder die intrigante Adelheid von Walldorf (Dustin Paulus). pf

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1773 verfasste Johann Wolfgang von Goethe ein Ritterdrama in nur sechs Wochen. Handlung spielt an mehr als 50 Schauplätzen und gilt in Theaterkreisen alsnicht aufführbar. Welche Bühne verkraftet schon 120 Pferde, 300 eingerüstete Personen und mehrere
Erdwälle, ganz zu schweigen von den wuchtigen Sprüchen.Wir präsentieren den "Götz" in einer pferd- und textmäßig abgespeckten Version, ohne dabei auf das vielleicht berühmteste Zitat der deutschen Literatur zu verzichten.



Götz von Berlichingen – ein für das 16. Jahrhundert typischer Raubritter – erfährt in seiner Stammburg Jagsthausen, daß einer seiner Reiter von bambergischen Söldnern gefangengenommen worden ist.

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Verantwortlich dafür ist der Bischof von Bamberg, mit dem Götz seit geraumer Zeit in Fehde liegt. In Diensten des Bischofs steht auch Weislingen, ein ehemaliger Jugendfreund Berlichingens, den ihm aber das Hofleben entfremdet hat. Im Gegenzug für die Gefangennahme seines Knappen überfällt Götz den Weislingen und führt ihn als Geisel auf seine Burg. Dort verliebt sich Weislingen in Götz’ Schwester Maria, man versöhntsich und feiert Verlobung.
Als Weislingen jedoch an den Bamberger Hof zurückkehrt, erliegt er den Reizen der intriganten Adelheid von Walldorf und kommt nicht, wie verabredet, zu Götz und Maria zurück. Das schlechte Gewissen wegen dieses Treuebruchs ist das psychologische Motiv seiner fortan tödlichen Feindschaft gegenüber Götz. Er redet dem Kaiser ein, die Reichsacht über Götz und seine Gehilfen zu verhängen, zu denen auch Sickingen gehört, der inzwischen um Marias Hand angehalten hat. Ein Exekutionsheer wird in Marsch gesetzt und Berlichingens Burg belagert. Durch Verrat fällt Götz in die Hand der kaiserlichen Truppen und soll gezwungen
werden, vor den Ratsherren von Heilbronn dem Streit abzuschwören. Da erscheint Sickigen mit seinen Reitern, besetzt das Rathaus und befreit ihn. Obwohl Götz sich, unter Burgarrest stehend, auf seine Burg begibt, lässt er sich – der Untätigkeit müde – von aufständischen Bauern zum Anführer wählen. Als er jedoch ihren Ausschreitungen ein Ende machen will, verweigern sie ihm den Gehorsam. Im Kampf gegen das Reichsheer, das den Bauernaufstand niederschlagen soll, wird Götz verwundet.
Goethe stilisiert seinen Götz zum letzten Reichsritter, der schließlich von der neuen Zeit überrollt wird. Unsere Interpretation versucht zu zeigen, dass grob- und feinmotorische Schwächen, körperliche Behinderungen und Auffälligkeiten sprachtechnischer Art, kein
Hindernis darstellen, erfolgreiche Wege zu beschreiten, die direkt in die von Indianern erfundenen Jagdgründe führen.

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