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1 offene Generalprobe
4 Schülervorstellungen
4 Abendvorstellungen
Ca. 1200 Zuschauer
Verdis Aida einmal anders
Knabenrealschule: Theatergruppe führt im Jukuz "Amneris" auf - Spiel um liebeskranke Pharaonen-Tochter
ASCHAFFENBURG. Die Theatergruppe der Knabenrealschule wendet sich wieder einmal der Oper zu: Verdis Aida hat sich Regisseur Siegfried Staab für seine 15. Produktion ausgewählt. Dass er sie "einmal anders" präsentiert, lässt schon die Titelwahl erkennen. Die Theaterinszenierung trägt den Namen Amneris - das ist Aidas Gegenspielerin. "Die Geschichte einer liebeskranken Pharaonentochter" lautet denn auch der Untertitel.
Wiederholt haben Staab und seine Realschüler Opern fürs Sprechtheater adaptiert: Mozarts Zauberflöte etwa, Puccinis Turandot oder gar Wagners gesamter Ring des Nibelungen in der 60-Minuten-Version "nibel.zip". Wo-
bei auch gesungen wird Playback vor allem und das ein oder andere Mal sogar live.
Die Übersicht über die 18 Szenen des neuen Stücks zeigt, dass sich die Theatergruppe durchaus am Original orientiert. Gleichzeitig lassen die Begleittexte erkennen, dass Staab die Vorlage erneut in seiner eigenwilligen und skurrilen Art bearbeitet hat: "Ägypten, um 1229 vor unserer Zeitrechnung. Amneris, die Tochter des Pharaos, hat sich in den selbstbewussten und ägyptischen Feldherrn Radames verliebt, hegt aber den nicht ganz unbegründeten Verdacht, dass dessen Interesse einer wohlgestalteten Sklavin namens Aida gilt. Um Klarheit in die Sache zu
bringen, entlockt Amneris ihrer Rivalin in einem pfiffigen Frage- und Antwortspiel die gewünschten Informationen. Für sie ist das Ergebnis erschütternd. Als Radames ein paar Szenen später durch Aidas Schusseligkeit zum Tode verurteilt wird, wittert Amneris ihre Chance."
Bekanntlich zieht Radames das Todesurteil einer lebenslänglichen Ehe mit Amneris vor. Wie das Ende in der Inszenierung Staabs aussieht, bleibt vorerst offen. Das gilt auch für die Rolle, die zwei nordische Märchenfiguren namens Hennes & Rethel in dieser Aida-Version spielen. Eine Mumie oder eine Nofrepetra kommen in Verdis Original ebenfalls nicht vor.
Die 19 Schauspieler sind durchweg Knaben. Sie werden in 40 Rollen zu sehen sein. Sechs Schüler sorgen im Hintergrund für Beleuchtung, Ton, Einblendtechnik und Requisite. Für die Kostüme zeichnet wieder Staabs Frau Margarethe verantwortlich.
Nach der offenen Generalprobe am Donnerstag, 23. Juli, 16 Uhr, sind im Jukuz vier Vorstellungen angesetzt, die jeweils um 19.30 Uhr beginnen: Frei tag, 24. Juli, sowie Montag bis Mitt-woch, 27. bis 29. Juli.
Der Eintritt ist frei. Da die Theaterstücke der Knabenrealschule jedoch Kultstatus genießen, ist eine Kartenreservierung unter Tel.06021/87539 erforderlich.
Peter Freudenberger




